Send

Der größte Jahrmarkt im Münsterland, mitten in der Stadt

Der größte Jahrmarkt im Münsterland findet – natürlich – in Münster statt und hört auf die Bezeichnung Send. Drei Mal im Jahr kommen für derzeit etwa eine Woche bis zu zweihundert Imbissstände, Fahrgeschäfte und andere typische Kirmesattraktionen auf dem Schlossplatz zusammen und lockende tausende Besucher aus der Stadt sowie ihrer Umgebung an.

Geschichte

Der Begriff ist eine Ableitung von Synode und bezieht sich auf die zwei Mal im Jahr stattgefundene Versammlung von Geistlichen in der Stadt, der ab dem 11. Jahrhundert ein offener Markt beiwohnte, der nicht auf die Händler und Kaufleute von Münster beschränkt war. Später kam dann ein dritter Send im Sommer hinzu, zunächst auf dem Domplatz sowie dem angrenzenden Prinzipalmarkt, bevor man im 19. Jahrhundert teilweise und im 20. Jahrhundert gänzlich auf den Schlossplatz umzog.

Eine besondere Bedeutung kam der Veranstaltung darüber hinaus zu, da um das 16. Jahrhundert herum des so genannte Sendfriede galt, ein besonderer Marktfriede, der blutige Auseinandersetzungen in der Stadt vermeiden sollte. Wer gegen den Sendfrieden verstoß, wurde gewöhnlich ironischerweise mit dem Tode bestraft…

Auf den Herbstsend weist darüber hinaus das so genannte Sendschwert hin, das am historischen Rathaus der Stadt angebracht wird.

Der Send heute

Auch heute ist der Send natürlich noch eine schöne Tradition, auch wenn die historischen Wurzeln im wahrsten Sinne des Wortes der Geschichte angehören: Es ist ein attraktionsreicher, aber eben doch recht gewöhnlicher Jahrmarkt, der im Gegensatz zum schönen Weihnachtsmarkt nicht einmal Bemühungen unternimmt, einen Bezug zu Münster und seiner Historie herzustellen – nicht einmal die Termine stimmen mehr überein. Dennoch kann sich der Besuch zumindest für Familien mit Kindern unter Umständen lohnen.

In der Regel etwas mehr als 200 Stände schaffen es in der Regel auf den Schlossplatz, welche die übliche Mixtur aus typischen Fahrgeschäften (Achterbahn, Riesenrad, Karrussells, Autoscooter, Freier Fall, Geisterhaus), alten Kirmesspielen (Schießstand, Enten angeln, Ballons abwerfen) und mäßigen Imbissen bieten.

Das Besucheraufkommen hat in der jüngeren Vergangenheit aus naheliegenden Gründen ein wenig nachgelassen, weshalb die Stellfläche verkleinert und die Länge des Sends im Sommer verkürzt wurde. Im Sommer 2017 kamen statt der erwarteten 250.000 dann auch nur etwa 150.000 Besucher.

Termine, Öffnungszeiten & Feuerwerk

Im Jahr 2017 haben Frühlings- und Sommersend bereits stattgefunden, der Herbstsend wird vom 21. bis zum 29. Oktober 2017 abgehalten. Die Termine für das Jahr 2018 stehen aktuell noch nicht fest, üblicherweise zählen jedoch März und Juni zu den Sendmonaten.

Die Öffnungszeiten variieren ein wenig; in der Regel öffnen die meisten Stände um 12 Uhr (Sonntags auch schon um 11 Uhr), Fahrgeschäfte gegen 14 Uhr und schließen zwischen 23 und 24 Uhr. Neu eingeführt wurde darüber hinaus vor kurzem der Donnerstag als Familientag, an dem Ermäßigungen von bis zu 30 Prozent gelten.

Ein kleines Send-Highlight ist stets das Feuerwerk, das traditionell am Freitagabend gegen 22:30 Uhr in die Luft geht. Ausnahmen für Öffnungszeiten und auch das Feuerwerk können bei schlechtem Wetter gelten, das in Münster nicht ganz selten ist.

Parken

Auch wenn der Besucherandrang rückläufig ist: Beste Wahl für die Anfahrt zum Send sind immer noch Bus und Bahn. Vom Bahnhof erreicht man den Schlossplatz am besten mit den Bussen der Linie 5, die an der Überwasserstraße halten. Wer gut zu Fuß ist, kann die knapp 2 km durch die Innenstadt aber natürlich auch laufen.

Muss man mit dem Auto anreisen, kommen die üblichen Parkhäuser und Parkplätze in der Altstadt in Frage – allerdings solle man sich vor allem am Wochenende nicht darauf verlassen, dort schnell und problemlos einen Platz zu bekommen. Die bessere Wahl kann dann das sehr billige, am Wochenende sogar kostenlose, P&R-Parkhaus am Coesfelder Kreuz darstellen, das sich gut 1,5 km westlich des Schlossplatzes befindet. Busse der Linien 1 und 5 bringen einen von dort in fünf Minuten zum Schloss.

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