Promenade

Eine komplette Runde um die Altstadt

Die Promenade ist eine 4,5 km lange Straße, die aufgrund ihrer Befreiung vom Autoverkehr vor allem von Fußgängern, Joggern, Skatern und Radfahrer gerne genutzt wird. Sie befindet sich an der Stelle, an der einst die Stadtmauer von Münster ihren Dienst verrichtete, wovon heute jedoch fast nichts mehr zu sehen ist.

Dennoch lohnt sich ein Blick auch für Touristen, befinden sich entlang des schön von Linden gesäumten Ringes doch einige kleine Sehenswürdigkeiten – und auch für Veranstaltungen wird die Promenade das ganze Jahr über bevorzugt genutzt.

Sehenswertes

Die Promenade besteht in ihren Grundzügen seit dem Rückbau der Befestigungsanlagen im 18. Jahrhundert – sie waren schlichtweg nicht besonders effektiv – und basiert wie so vieles in Münster auf den Plänen des Architekten Johann Conrad Schlaun. Teile der Wassergräben der Stadtbefestigung wurden zunächst erhalten, waren Ende des 19. Jahrhunderts dann aber auch schon Geschichte.

Buddenturm & Zwinger
Aus diesem Grund ist heute von einstigen Befestigung leider auch so gut wie nichts mehr zu sehen. Aus dem Mittelalter erhalten geblieben sind lediglich der Buddenturm, ein Pulverturm aus dem 12. Jahrhundert, der zwischenzeitlich auch als Gefängnis diente, sowie der Zwinger, der Anfang des 16. Jahrhunderts erbaut wurde.

Während es beim Buddenturm mit einem Foto getan ist, darf man sich den Zwinger durchaus genauer anschauen, blickt er doch auf eine sehr belebte Historie zurück: Als Gefängnis wurde er natürlich eingesetzt, jedoch auch als Mühle für Schwarzpulver, während des Zweiten Weltkriegs als Kulturheim der münsterischen Hitler-Jugend und als Inhaftierungsanstalt, bevor er dann – wie so vieles in Münster – von Fliegerbomben stark beschädigt wurde.

Heute dient der Zwinger als Mahnmal, wird im Rahmen von Kunstprojekten eingesetzt, ist genau genommen aber Teil des Stadtmuseums und kann als solcher hin und wieder auch besichtigt werden. Einen der seltenen Termine zu erwischen, ist jedoch kein Muss.

Münster: Fluss Aa

Sonstiges
Davon abgesehen sind die Sehenswürdigkeiten unmittelbar an der Promenade eher spärlich gesät: Das Staatsarchiv, ein altes Backsteinhaus, das Mauritztorhaus nahe des Bahnhofs und die Torhäuser am Neutor nahe des Schlosses kann man im Vorbeigehen mal anschauen.

Ansonsten geht es jedoch in erster Linie darum, ein bisschen People Watching (und Bicycle Watching) zu betreiben, eine Runde um die Stadt zu drehen und zu staunen, dass einen so großen Stadtring ohne Motorräder, Autos und Busse in einer Großstadt heute überhaupt noch geben kann.

Veranstaltungen an der Promenade

Nicht selten wird die Promenade, zumindest in Teilen, auch für Veranstaltungen genutzt. Bemerkenswert ist unter den Events vor allem der Flohmarkt, der derzeit vier bis fünf Mal pro Jahr stattfindet – üblicherweise nur in den sommerlichen Monaten von Mai bis September, weil das mit dem Wetter in Münster je bekanntlich so eine Sache ist. Nicht, dass Trockenheit im Sommer garantiert wäre.

Bis zu knapp tausend Verkäufer finden sich auf dem Flohmarkt zwischen Aasee und Schloss wieder, gut zwei Drittel davon sind privat, ein Drittel ist professionell. Der Besuch lohnt sich, auch wenn man nichts kaufen will: Was andere Leuten so verkaufen (und kaufen) ist ja doch irgendwo immer ganz interessant.

Und, wer weiß, vielleicht stößt man auf ein unglaubliches Schnäppchen oder auf etwas, das man schon immer gesucht hat…

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