Rieselfelder Münster

Ein ungewöhnliches Naherholungsgebiet

Das wichtigste Naherholungsgebiet von Münster ist natürlich der Aasee südwestlich der Altstadt, doch auch im Norden gibt es mit den Rieselfeldern Münster ein recht beliebtes Ausflugsziel. Von Frühling bis Herbst lädt es zum Wandern und zur Vogelobservation ein, während man im Winter im besten Fall hier Schlittschuh laufen kann…

Über die Rieselfelder

Ursprünglich dienten die Rieselfelder der Entsorgung des Abwassers von Münster: Das wurde von Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts hier, nördlich des Stadtteils Coerde, auf die Felder geleitet und dort mit Hilfe der Verrieselungstechnik (mehr oder weniger) geklärt.

Über die Jahrzehnte hinweg sorgte der enorme Bevölkerungsanstieg der Stadt von knapp 60.000 Einwohnern in 1900 auf über 200.000 Einwohner in den 60er-Jahre dafür, dass die Rieselfelder an ihre Grenzen stießen und durchgängig mit Wasser bedeckt waren. Was unappetitlich klingt, war für viele Tierarten ein Traum, mussten sich doch unzählige Wasser- und Watvögel aufgrund der Zerstörung alter Brutplätze neue Lebensräume suchen.

Schon 1968 gründete man hier deshalb eine Biologische Station und verhinderte, auch mit Hilfe der Stadtbewohner, in den folgenden Jahren die vollständige Trockenlegung und somit Zerstörung der Felder. 1998 wurden große Flächen offiziell zum Naturschutzgebiet erklärt und trockene Bereiche wieder in Feuchtgebiete umgewandelt.

Münster Rieselfelder

Wandern & Vögel beobachten

Knapp die Hälfte der Rieselfelder Münster kann heute als so genanntes Naturerlebnisgebiet frei besucht werden; der südliche Abschnitt zwischen Rieselfeldhof, Coermühle, Biologischer Station, Hessenweg und Dortmund-Ems-Kanal. Am Rieselfeldhof sowie an der Biologischen Station finden sich auch zwei Parkplätze für Besucher, am Kanal kann man sein Auto ebenfalls abstellen.

In diesem Naturerlebnisgebiet trifft man auf zwei Stauteiche, Lehrpfade, Weiden, Obstwiesen, einen Aussichtsturm und vieles mehr. Hier kann man – egal ob nachmittags oder am Wochenende – prima spazieren gehen, wenn man dem Verkehr der Stadt und dem selbst am Aasee stets recht hohen Besucheraufkommen mal entkommen möchte.

Im Winter kann man auf den Rieselfeldern zudem bestens Schlittschuh laufen, wenn das Wetter mitspielt. Denn dafür benötigt es natürlich einen recht lange anhaltenden Frost, der in der jüngeren Vergangenheit nur selten die Stadt beglückte.

Wer hingegen Vögel observieren möchte, muss sich naturgemäß an etwas strengere Spielregeln halten, denn im Naturschutzgebiet im Norden hält man sich in erster Linie in kleinen Beobachtungshütten auf, um die Tiere nicht zu stören. Dafür sind die Rieselfelder hier weitgehend noch so erhalten, wie sie ursprünglich, in kleinen Parzellen, angelegt worden waren.

Zu den Vögeln, die man beobachten kann, zählen unter anderem Rohrweihe, Steinkäuze, Gründelenten, Wasserläufer und Grünschenkel sowie allerlei Enten und Gänse. Manche fast das ganze Jahr über, wieder andere nur kurzzeitig während des Vogelzugs.

Rieselfelder
Rieselfelder – und dann?
Aufgrund ihrer etwas abseitigen Lage im Norden von Münster, lohnt sich der Besuch in erster Linie für diejenigen, die in der Stadt schon das meiste gesehen haben, sowie für große Vogelfreunde. Wer möchte, kann den Abstecher jedoch durchaus mit einigen anderen Sehenswürdigkeiten außerhalb des Zentrums verbinden, zum Beispiel mit dem nicht allzu weit entfernten Haus Rüschhaus.

Bildnachweis: muensterland (CC BY-SA 2.0)

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