St. Paulus Dom

Das historische Zentrum der Stadt

Der St. Paulus Dom von Münster ist Wahrzeichen und Sehenswürdigkeit, gleichzeitig aber auch Mittelpunkt der Stadt: Vor seiner Toren befindet sich der Domplatz, auf dem Mittwoch und Samstag der beliebte Wochenmarkt stattfindet.

Der wiederum grenzt an den Prinzipalmarkt mit seinem historischen Rathaus an, von dem aus man vorbei an der Lambertikirche auf der Salzstraße und der Ludgeristraße das heutige Einkaufszentrum der Stadt findet.

Doch auch das Innere des Doms sollte man natürlich gesehen haben…

Münster Domplatz mit Wochenmarkt

Geschichte

Was viele nicht wissen: Die genaue Benennung des St. Paulus Doms ist durchaus relevant, handelt es sich bei ihm doch nicht um den ersten oder auch nur zweiten, sondern sogar um den dritten Dom in Münster. Zunächst gab es von 805 bis 1377 den Karolingischer Ludgerus-Dom, er befand sich ein kleines Stück nördlich des heutigen Hauptgebäudes.

Der zweite Dom, der Ottonische Dom, wurde erstaunlicherweise nicht erst aufgrund der Zerstörung seines „Vorgängers“ errichtet, sondern zu Zeiten, in denen der Ludgerus-Dom noch stand – im 10. oder 11. Jahrhundert, möglicherweise nach einem Brand im ersten Dom. Historiker und Kirche sind sich über den Baubeginn uneins.

St. Paulus Dom von innen

Der Ottonische Dom jedenfalls befand sich bereits da, wo der St. Paulus Dom heute steht, und wurde ab 1192 um einen romanischen Westbau erweitert. Als schließlich 1225 die Arbeiten am dritten Dom begannen, wurde dieser Westbau erhalten und in das neue Bauwerk integriert, das auf dem Grund seines direkten Vorgängers bis 1264 errichtet wurde.

Die Zahlen verraten es bereits: Der Ludgerus-Dom stand noch über hundert Jahre nach der Fertigstellung seines zweiten Nachfolgers und wurde letztlich abgerissen, weil er dem St. Paulus Dom das Licht genommen haben soll.

Wie zu erwarten, wurde das Bauwerk über sein bald 800-jähriges Leben hinweg mehrfach leicht umgebaut und erweitert, die einschneidensten Eingriffe geschahen allerdings im Zuge des Zweiten Weltkriegs, in dem weite Teile von Münsters Innenstadt in Schutt und Asche gelegt wurden. Stärkste Veränderung war dabei die Vereinfachung des einst so beeindruckenden spätgotischen Westportals, das durch eine recht simple Wand mit 16 kleinen Fenstern ersetzt wurde.

Westerportal im Dom zu Münster

Dom heute und die Astronomische Uhr

Heute kann der Dom nahezu komplett auf eigene Faust besucht werden. Von außen sehenswert sind unter anderem die beiden gut 55 Meter hohen Türme und der heutige Eingang, der ins so genannte Paradies führt.

Innen ist ein Rundgang durch eben jenes Paradies mit seinen zahlreichen, detaillierten Figuren, das Langhaus (das Hauptschiff) vom Alten Chor (am einstigen Westportal) bis zum Hohen Chor und der Kreuzgang Pflicht.

Auf keinen Fall verpassen darf man darüber hinaus den Chorumgang, der – wie der Name erahnen lässt – um den Hohen Chor herumführt. Hier befindet sich neben vier netten, kleinen Kapellen das „heimliche“ Highlight des St. Paulus Doms, das auch all diejenigen zu begeistern vermag, die mit Kirche nicht viel am Hut haben: die Astronomische Uhr.

St. Paulus Dom: Orgel

Die Astronomische Uhr stammt aus der Mitte des 16. Jahrhunderts und zählt mit ihrem Glockenspiel zu den wichtigsten Monumentaluhren unserer Gefilde. Neben der Uhrzeit zeigt sie unter anderem die Stellung der Planeten, die Mondphasen und einen „ewigen“ Kalender an – auch wenn es zur korrekten Lesung einer gewissen Erklärung bedarf. Der obere Teil der Schauseite ist mit seiner Bildtafel und seinen beweglichen Figürchen aber auch ohne Kenntnisse zu bestaunen.

Üblicherweise kann man die Astronomische Uhr (beziehungsweise die Figuren) zur vollen Stunde in Aktion erleben. Derzeit wird sie allerdings bis voraussichtlich Mai 2018 restauriert. Ähnliches gilt für den Domschatz in der Domkammer, der auf unabsehbare Zeit nicht zugänglich sein wird.

Kreuzgang im Dom

Öffnungszeiten & Veranstaltungen

Der St. Paulus Dom von Münster öffnet täglich von 06:30 bis 19 Uhr, an Sonn- und Feiertagen bis 19:30. Wie in nahezu allen Kirchen gelten „Ruhezeiten“ während der Gottesdienst, in denen Touristen beziehungsweise deren Rundgänge unerwünscht sind – üblicherweise in der Woche um 07:00, 08:00, 12:15 und 17:15 Uhr, an Sonntagen um 07:00, 08:15, 10:00, 15:00 und 18:30 Uhr. Die Zeiten variieren allerdings, also am besten vor einem Besuch informieren!

Aufgrund der Größe des Doms, seiner unzähligen Details und seiner historischen Bedeutung ist bei einem tieferen Interesse eine Führung dringend zu empfehlen. Einstündige Führungen für Gruppen von bis zu 25 Personen können für Montag bis Samstag mit der Domverwaltung vereinbart werden, einzelne Besucher und kleinere Gruppen sind mit den Themenführungen am Samstag um 13:30 Uhr am besten beraten.

Die Themenführungen sind neuerdings kostenlos, Spenden werden aber gerne entgegengenommen.

Münsters Dom von außen

Anfahrt & Parkplätze

Am einfachsten und direktesten stellt man sein Auto direkt auf dem Parkplatz Domplatz, derzeit für in Münster recht übliche 2 Euro pro Stunde. Weitere Parkmöglichkeiten stehen in den zahlreichen Parkhäusern in und rund um die Altstadt zur Auswahl – unter anderem am Theater, am Alten Steinweg und in der Stubengasse.

Wer mit dem Zug am Hauptbahnhof ankommt, läuft entweder zu Fuß durch die Innenstadt oder nimmt einen Bus: Die Linie 2, 10 und 14 bringen einen direkt zum Domplatz.

Nach einem Besuch des Doms könnte man seinen Rundgang durch die Altstadt von Münster entweder mit der Überwasserkirche und den Schloss im Westen oder mit dem Prinzipalmarkt im Osten fortsetzen.

Eine weitere Alternative wäre der Besuch eines Museums: Das LWL-Museum für Kunst und Kultur (Landesmuseum) sowie das Archäologische Museum liegen ebenfalls am Domplatz.

Empfehlenswerte Hotels in Münster:

Lesen Sie auch

Close